Au revoir Atlantik – Bon jour Bergerac

Nach einer rauschenden, aber entspannten Nacht (es ist sehr windig – Pinienwälder sind dann nicht ruhig) verlasse ich den Plage de Vivier an der Biskaya. Hier ist es wirklich schön, doch der Atlantik ist auch kraftvoll und mit den hohen Wellen nicht unbedingt immer schwimmbar. Mit dem Fahrrad wäre es toll in den weiten Wäldern. Hier sind wir übrigens schon im Département Landes (Heide)“ und nicht mehr im Perigord.
Exkurs: Das Gebiet hieß früher Gascongne und war bitter arm. Der Pinienwald hat die ursprüngliche Heide (fz: Lande) verdrängt. Seit der großen Aufforstung (Napoleon) im 18. Jahrhundert, sind sie das größte zusammenhängende Waldgebiet Westeuropas. Die Armee brauchte Holz und es galt die Dünen aufzuhalten. Im Gegensatz zu vielen anderen Wäldern in Europa wurde der „Forêt des Landes“ praktisch vollständig vom Menschen geschaffen. Es wurde vor allem die Seekiefer verwendet, da sie ein einheimischer Baum ist. Heute gibt auch hier schon Auswirkungen der begonnenen Klimakatastrophe, viele Bäume sind krank (Monokulturen!) und es gibt sehr viele Waldbrände.

Wir fahren jetzt weiter, wieder zurück ins Perigord. Erste Station wird Limoges sein. Schlendern, auf den Markt gehen (Was für Tomaten!) ein Klo suchen, einen Kaffee trinken – schon sind 3 Stunden um und wir fahren weiter. Die Einkaufsstraße ist hübsch dekoriert, ist ja bald der 14. Juli.

Die weitere Fahrt Richtung Bergerac führt mich auf verschlungenen Pfaden, durch kleine Orte und viele Weingüter. Wir machen noch Halt in Staint-Émilion Mittelalter pur. Die Suche nach einem Parkplatz ist eine Katastrophe. Also außerhalb des kleinen Ortes parken und hinein laufen.

Jetzt geht es direkt nach Bergerrac. Der ausgesuchte Campingplatz, liegt direkt an der Dordogne gegenüber der Stadtmitte. Über die Brücke sind es 10 Minuten. Ich beschließe, mindestens zwei Tage zu bleiben. Leider passiert der erste kleine Unfall auf der Reise, beim Rangieren beschädige ich das linke Rücklicht. Merde. Wir richten uns ein, der Zeltaufbau dauert mittlerweile nicht mehr so lange und dann gehen wir hinüber und erwandern uns die Altstadt. Ich stehe vor einem Restaurant und überlege, hier zu essen. Da kommt ein kleines Mädchen, vielleicht sieben Jahre forsch auf Collins zu, um ihn zu streicheln. Natürlich will auch der kleine Bruder. Die Eltern ein schottisch, französisches Paar, das vor kurzem hergezogen ist, loben Collin weil er so ruhig geblieben ist. Das Essen (3 Gänge) ist hervorragend und nicht sehr teuer. Die Kellnerin verwöhnt Collin noch mit gebratenen Fleischresten und vom Nachbartisch bleibt auch noch ein Stück übrig. Das Mädchen und ihre Familie treffen wir später nochmal am Ufer und na klar darf sie noch mal mit Collin spielen.

Nachtrag:

So sieht der arme Willi jetzt hinten links aus. Amazon bietet das Plastik neu für zwischen 60 – 80€ an. Brauch ich nur noch einen Bastler 🙂‍↔️

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